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Samstag, 29. August 2009

Verschwendete Lebenszeit

Von -xsugarx-, 18:24

Ich sitze gerade an meinem Pc und warte darauf, dass mein Freund mir ein Lebenszeichen schickt. Da musste ich gerade daran denken, dass mir eine Menge Lebenszeit allein nur durch Warten verloren geht.

Zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse, wenn mal wieder zehn Personen vor mir was zurückgeben möchte, etwas storniert werden muss, die EC-Karte nicht funktioniert, die neuesten Nachrichten besprochen werden oder der Mitarbeiter hinter der Kasse einfach die Ruhe in Person ist. Was macht man denn in dieser Zeit? Warten natürlich. Man kann ja schlecht aufs Klo gehen oder wichtige Termine erledigen.
Oder am Bahnhof, wenn mal wieder die Bahn Verspätung hat. Es bleibt einem meistens nichts anderes übrig als zu warten. Vorlaufen lohnt sich nicht, wenn das Ziel 30 km entfernt ist. Und wenn man sich entschließen sollte, vielleicht schnell einkaufen zu gehen, verpasst man den Zug.
Man wartet beim Arzt, man wartet an der Ampel, man wartet bei Partys auf der Toilette, man wartet bei jeglichen Ämtern des öffentlichen Dienstes, man wartet auf einen Anruf, oder einer wichtigen Mail, man wartet auf Freunde und ja, man wartet sogar im Bett, bis man einschläft. Leider kann man in den meisten Fällen nichts anderes tun, als abzuwarten. Doch wenn man es genau nimmt, ist das doch schon eine Menge Zeit, die man eben nicht zurückholen kann und die einfach durch nichts tun verloren geht. Man könnte ja immer ein Blatt und ein Stift dabei haben, dann könnte man die verlorene Zeit aufschreiben. Ist zwar sinnlos und bringt sie leider auch nicht zurück, aber man würde sich beschäftigen. Schade nur, dass es einem nur noch mehr vor Augen führen würde, wieviel Zeit man tatsächlich verschwendet.

Nachdem ich gegoogelt habe, bin ich auf interessante Dinge gestoßen. Zum einen fand ich heraus, dass man ungefähr 1/3 seiner Lebenszeit mit Warten verbringt. Zum anderen fand ich heraus, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich mit dem Warten auseinander setzen: Da gibt es Firmen, die wohl Seminare dafür anbieten und dann gibt es einen gewissen Herrn Robert Levine der "Die Spielregeln des Wartens" geschrieben hat.
  1. Zeit ist Geld. Warten ist teuer. Drum nütze die Zeit des Wartens.
  2. Warten macht arm. Je weniger eine Gesellschaft warten muss, um so reicher wird sie sein.
  3. Wir warten auf das, was wir schätzen. Je länger die Warteschlange, um so wertvoller ist das Produkt.
  4. Wir schätzen das, worauf wir warten müssen. Wartezeit erhöht den Wert.
  5. Der Mächtigere bestimmt, wer wie lange wartet. Komme bei ihnen nie zu spät.
  6. Je länger man auf dich wartet, um so höher ist dein Status. Denn Warten bedeutet auch Respekt.
  7. Geld verschafft einen Platz vorne in der Warteschlange.
  8. Wenn man sich in eine Warteschlange drängelt, sollte man es hinten tun. Dort wird es noch am ehesten akzeptiert.
  9. Wer warten kann, hat große Vorteile bei Auseinandersetzungen.
  10. Nur wer die Rolle der Zeit in einer Kultur versteht, kann mit dem Warten gut umgehen.
Irgendwo hat er ja Recht, auch wenn er vielleicht in meinen Augen etwas übertreibt. Aber immerhin hat sich jemand tatsächlich Gedanken darüber gemacht.

Zum Abschluss noch ein Spruch, den ich gefunden hab und den ich sehr passend finde. Zumindest am Bahnhof.

Am unterhaltsamsten beim Warten sind andere Menschen!
 


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